Projekt ARCUS – Information zum Entscheid über die angedachte Fusion
Swissmem hat am 26. Oktober entschieden, das Fusionsprojekt mit Swissmechanic nicht weiterzuführen. Dies, nachdem die Delegierten von Swissmechanic dem Grundsatzentscheid mit deutlicher Mehrheit zugestimmt hatten. Die Sektionen Zürich und Thurgau hatten den Antrag in der vorliegenden Form abgelehnt und mittels Rückweisungsantrag zuhanden der Delegiertenversammlung gestellt. Damit sollten die Grundlagen überarbeitet und mehr Zeit für eine tragfähige Umsetzung geschaffen werden.
Die Medienmitteilung von Swissmem stellt die fehlende Unterstützung einzelner Sektionen als wesentlichen Grund für den Abbruch dar. Diese Darstellung möchten wir aus Zürcher Sicht einordnen.
Unser Nein galt den vorliegenden Grundlagen. Einem Zusammenschluss standen wir offen gegenüber. Diese Haltung wurde an unserer Mitgliederversammlung vom 21. Oktober 2026 bestätigt.
Eine stärkere gemeinsame Interessenvertretung, gebündelte Kompetenzen und ein überzeugendes Dienstleistungsangebot hätten unseren Mitgliedern einen Mehrwert bieten können. Diesen Zielen standen und stehen wir grundsätzlich positiv gegenüber.
Mit dem Grundsatzentscheid waren jedoch Statuten und Dienstleistungsverträge verbunden, die aus unserer Sicht entscheidende Fragen nicht ausreichend beantworteten.
Unsere Vorbehalte betrafen insbesondere:
• die langfristige Eigenständigkeit und Entscheidungsfreiheit unserer Sektion;
• die finanzielle Absicherung und den eigenverantwortlichen Betrieb unseres Ausbildungszentrums;
• die dauerhafte Mitsprache der Sektionen und ihrer KMU-Mitglieder;
• verbindliche Leistungen, transparente Kosten und ausgewogene vertragliche Verpflichtungen.
Diese Punkte sind für unsere Sektion wesentlich. Sie betreffen unsere Fähigkeit, eure Interessen wirksam zu vertreten und unsere Verantwortung gegenüber Mitgliedern, Mitarbeitenden und Lernenden langfristig wahrzunehmen.
Eine kritische Prüfung gehört zu unserer Verantwortung.
Als Vorstand sind wir verpflichtet, einen Zusammenschluss an seinem konkreten Nutzen und seinen langfristigen Auswirkungen zu messen. Die Zustimmung zu einem gemeinsamen Ziel ersetzt dabei nicht die Prüfung der Bedingungen.
Wir konnten den vorliegenden Grundlagen deshalb nicht zustimmen. Daraus eine grundsätzliche Ablehnung der Zusammenarbeit abzuleiten, wird unserer Haltung nicht gerecht
Aus Sicht des Zürcher Vorstands ist es im Verhandlungsprozess nicht ausreichend gelungen, die berechtigten Anliegen der Sektionen in tragfähige und verbindliche Regelungen zu überführen. Eine sachliche Aufarbeitung muss deshalb auch die Verhandlungsführung und die Einbindung der Sektionen beleuchten. Die Verantwortung für das Scheitern einseitig den kritisch stimmenden Sektionen zuzuschreiben, greift zu kurz.
Den Entscheid, das Projekt zu beenden, hat Swissmem getroffen. Wir bedauern diesen Ausgang. Wir bleiben aber überzeugt, dass ein langfristig erfolgreicher Zusammenschluss sowohl eine starke nationale Interessenvertretung als auch die regionale Nähe und Handlungsfähigkeit unserer Sektionen hätte sichern müssen.
Jetzt richten wir den Blick nach vorne.
Unsere Stärke liegt im direkten Kontakt zu euch, im Verständnis für die Anliegen unserer KMU und in einer praxisnahen Berufsbildung. Darauf wollen wir aufbauen.
Swissmechanic Zürich ist bereit, sich konstruktiv an der Weiterentwicklung unseres Verbands zu beteiligen. Dazu gehört unter anderem eine offene Aufarbeitung des Fusionsprozesses, die Zusammenarbeit zwischen den Sektionen und eine konsequente Ausrichtung unserer Leistungen auf eure Bedürfnisse.